„Ode an die Freude“ als Dank für die Fukushima-Spender

Hamburger Abendblatt:  DI, 17.03.15, 05.01

HAMBURG 068

Ilja Stephan

Hamburg. Aus Anlass des vierten Jahrestages der Katastrophe von Fukushima und als Dank an alle, die für den Wiederaufbau gespendet haben, lud das japanische Konsulat am Sonntag zu einem großen Festkonzert. Im bis zum letzten Platz gefüllten Rolf-Liebermann-Studio des NDR erklang ein teils besinnliches, teils festliches Programm mit Ausschnitten aus Mozarts Requiem, Konzertsätzen von Grieg und Mendelssohn sowie dem Klassiker universeller Verbrüderung: Beethovens „Ode an die Freude“.

Der Mensch könne mitunter zwar „extrem grausam sein“, gab Konsul Yasushi Fukagawa in seiner Ansprache zu bedenken, er könne aber auch Gutes tun und daran seine Freude haben. Und in diesem Sinne hatte man das Event unter das japanisch-höfliche Motto „Ihre Freude ist unsere Freude“ gestellt. Einen Überblick über die Projekte, die dank der Spendengelder realisiert werden konnten, gab Gesa Neuert, die langjährige Vizepräsidentin des Verbandes Deutsch-Japanischer Gesellschaften. Neuert berichtete von mehreren Niedrigenergiehäusern, die als Versammlungsstätten für die durch die Evakuierungen zersprengten Dorfgemeinschaften gebaut worden seien.

Für Musikliebhaber war es eine besondere Freude, dem Dirigenten Kazuo Kanemaki zuzuschauen, wie er sein riesiges Freiwilligenensemble durch das anspruchsvolle Programm lotste. Drei Hamburger Laienchöre und ein komplettes Symphonieorchester hatte der Leiter des Hamburger Polizeichores zusammengetrommelt. Hinzu kamen Solisten von den Berliner Philharmonikern und dem Opernhaus Kiel. Man hat wohl nur selten eine Aufführung von Beethovens monumentalem Freudenchor gehört, die so gut zu ihrem Anlass gepasst hätte. Ihre Freude war unsere Freude. Arigatou gozaimasu.

Programm

„Ihre Freude ist meine Freude“ – Sonntag, 15. März 2015 um 15.00 Uhr

„Dies irae“ aus dem Requiem Wolfgang Amadeus Mozart

Begrüßung: Yasushi Fukagawa Konsul und Leiter des Konsulats von Japan in Hamburg „Lacrimosa“ aus dem Requiem Wolfgang Amadeus Mozart

Op. 16 1. Satz Edward Grieg Klavier: Eiko Okuno-Jürgensen Symphonie Nr. 7 Op. 92 2. Satz Ludwig van Beethoven

Pause

Bericht zur aktuellen Lage in der Katastrophenregion: Gesa Neuert,  Vorsitzende des Deutsch Japanischen Synergie Forums Sanriku Fukkou e.V.

Vortrag Hamburg Gesa Neuert final

„Haru no umi“ (Meer des Frühlings) – Michio Miyagi Solo-Flöte: Yumi Iizawa Klavier: Makiko Eguchi Klavierkonzert

Violinkonzert Op. 64 1. Satz Felix Mendelssohn-Bartholdy – Violine: Marlene Ito (Berliner Philharmoniker)

Symphonien Nr. 9 Op. 125 4. Satz, „Ode an die Freude“ Ludwig van Beethoven       Sopran: Shihoko Kondo  –   Alt: Hitomi Kawai   –   Tenor: Yuta Sato   –  Bass: Tomohiro Takada (Opernhaus Kiel),    Mitwirkende des Konzertes: Johannes-Brahms-Chor Hamburg, Kanemaki-Chor-Hamburg e.V., Chorensemble Goethe

Dirigenten: Masanori Hosaka und Kazuo Kanemaki

Hamburger Abendblatt: DO, 12.03.15, 05.01

KONZERT  – Tsunami in Japan: Hamburger spenden 280.000 Euro

Ralf Nehmzow

Die Tsunami-Welle nach dem Erdbeben in Japan im März 2011

Mit einem Konzert für 400 geladene Gäste will sich der Leiter des Konsulats von Japan in Hamburg am 15. März bei den Spendern bedanken.

Hamburg.  Am 11. März 2011 erschütterte eine gigantische Katastrophe mit Erdbeben, Tsunami und Störfällen im Atomreaktor den Nordosten Japans. Viele Hamburger nahmen daran Anteil. Institutionen und Privatpersonen spendeten unter dem Motto: „Hamburger Bürger helfen Japan“. Mit einem Konzert für 400 geladene Gäste, darunter ehrenamtliche Helfer, will sich Yasushi Fukagawa, Leiter des Konsulats von Japan in Hamburg, am 15. März 2015 um 15 Uhr im Rolf-Liebermann-Studio des NDR an der Oberstraße bei den Spendern bedanken.

„Es gab rund 150 Veranstaltungen im Amtsbereich des Konsulats; die Spendenbereitschaft und das Engagement der Hamburger waren wirklich unglaublich“, sagt der Konsul. 50 Musiker, Profis und Studierende, werden für das Konzert ein eigenes Sinfonieorchester zusammenstellen unter der Leitung des Dirigenten Kazuo Kanemaki, der unlängst von Bundespräsident Joachim Gauck ausgezeichnet wurde. Hinzu kommen 70 Sänger aus drei Chören.

Interessierte können Restkarten bekommen, Anfragen bitte per Mail an: hh-konsulat@bo.mofa.go.jp, Infos auch unter 333 01 70. In Hamburg gab es damals eine große Lichterkette, Schulen veranstalteten Benefizkonzerte, Jugendliche organisierten Basare, Sportvereine sammelten Geld bei Wettbewerben. Deutschlandweit spendeten Unternehmen und Privatpersonen kleine und große Geldsummen auf die Konten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft.

Die Bilanz: Bis heute konnte sie rund 280.000 Euro über die deutsche Botschaft in Tokio und einen eigens gegründeten Hilfsfonds nach Japan übermitteln, inklusive rund 40.000 Euro, die die Deutsch-Japanische Juristenvereinigung gesammelt hatte.

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