Über uns

Hintergrund |

Am 11. März 2011 wurde der Nordosten Japans von einem katastrophalen Tsunami getroffen, der vielen Menschen das Leben kostete und die gesamte Küstenregion verwüstete. Der Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi und die langfristigen Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Wirtschaft stehen seitdem im Mittelpunkt des Medieninteresses. Eine konsequente Aufarbeitung der Ereignisse und die Entwicklung von nachhaltigen Lösungsansätzen zur Wiederherstellung der Sicherheit sowie zur Verwertung des Atommülls stellen große Herausforderungen dar.

Weitgehend unberücksichtigt davon bleiben die Überlebenden des Tsunami, die zwar nicht unmittelbar von nuklearer Strahlung bedroht sind, jedoch all ihren Besitz verloren haben und eine verwüstete Heimat vorfinden, in der nichts mehr so ist wie es einmal war. Familien wurden entrissen. Privates Eigentum, wie Wohnungen und Häuser, öffentliche Einrichtungen, wie Schulen und Krankenhäuser, Straßen und Schienen, sowie die gesamte Infrastruktur, alles wurde innerhalb weniger Minuten dem Erdboden gleichgemacht.

Im Jahr 1 nach der Zerstörung hat die japanische Bevölkerung bereits enormes geleistet, um die Überreste der Gemeinden und Städten zu beseitigen und ein Habitat für die Überlebenden zu schaffen. Bisweilen wurden provisorische Einrichtungen, zumeist Containersiedlungen, geschaffen und verbleibende Gebäuden und Hallen wurden die für öffentliche Funktionen zweckentwendet.

Doch stellen sich viele zunehmend die eine Frage: Wie geht es weiter?

Unsere Gesellschaft |

Vor diesem Hintergrund wurde das Deutsch-Japanische Synergie Forum (DJSF) Sanriku Fukkou e.V. zum Zeichen der Verbundenheit zwischen Deutschland und Japan gegründet, um den Wiederaufbau an der Sanriku-Küste zu unterstützen. Ganz konkret werden in beiden Ländern Programme und Veranstaltungen durchgeführt, mit denen wir versuchen, Antworten auf die existenziellen Fragen für eine erfolgreiche Zukunft an der Sanriku-Küste zu finden.

Unsere Mission lautet:
手をつなごう [teotsunago] – Gemeinsam Denken, Planen, Handeln!

Logo DJG Sanriku FukkouEine Kiefer an der Küste von Rikuzentakata hat den Tsunami überlebt und ist inzwischen zum weit verbreiteten Symbol für die Hoffnung und den Widerstand gegen die drohende Tsunamigefahr geworden. Dem möchten wir mit unserem Logo der Gesellschaft Nachdruck verleihen.

Hauptprogramm |

Über mehrere Jahre hinweg soll einmal pro Jahr im September ein Treffen zwischen Studenten aus Deutschland und Japan unter dem Thema „Wiederaufbau von Sanriku“, der Küstenregion im Nordosten Japans, stattfinden. In Zusammenarbeit mit qualifizierten Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan sollen Wege zum Wiederaufbau der durch Erdbeben, Tsunami und Kernkraftwerksunfall zerstörten japanischen Küstengebiete der Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima gefunden werden. Besonderer Schwerpunkt liegt auf der Küstenregion von Miyako bis Rikuzentakata.

Dabei geht es vor allem um folgende Aufgaben:
– Stärkung des solidarischen Gedankens durch Knüpfung von Freundschaften zwischen Jugendlichen aus beiden Ländern sowie Durchführung von praktischer Hilfe in den Katastrophengebieten (z.B. Austausch über nachhaltige Stadt- und Landschaftsplanung sowie über erneuerbare Energien, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch gemeinsame Aktivitäten, Betreuung traumatisierter Menschen, „Aufbauarbeit“ vor Ort – etwa durch Errichtung eines Kinderspielplatzes);
– Vermittlung von Kontakten und Denkanstößen für Studenten zur eigenen wissenschaftlichen Arbeit, z.B. Examensarbeiten über das Thema;
– Herstellung von Kontakten zwischen japanischen und deutschen Gemeinden (Städtepartnerschaften);
– Förderung des Tourismus im Nordosten Japans.
(Weitere Themen ergeben sich durch direkten Kontakt mit Betroffenen.)

Zusammen mit der Präfektur Iwate und der Präfektur-Universität planen wir im Sommer 2012 (und folgende) auf dem Campus in Miyako ein Symposium mit deutschen und japanischen Experten (aus Wissenschaft, Wirtschaft und den betroffenen Gemeinden) mit angeschlossenem Sommerworkshop für deutsche und japanische Studenten.

Folgende Schwerpunktthemen sind geplant:
– Wiederherstellung der Infrastruktur
– Ökologische Stadtplanung
– Erneuerbare Energieversorgung
– Entwicklung neuer Wirtschaftskonzepte

Die Studenten (aus ganz Japan und Deutschland) werden nach dem Symposium mit den Dozenten und Vertretern der Gemeinden in gemischten Gruppen umsetzbare Vorschläge erarbeiten und in anschließenden Workcamps direkte Hilfe vor Ort leisten. Es sind aber auch Informationsveranstaltungen zu relevanten Themen an Schulen in Iwate denkbar, die von Studenten aus beiden Ländern durchgeführt werden. Wir haben uns bewusst entschieden, in die Krisenregion vor Ort zu gehen. Gerade in Iwate ist das Unglück am größten und der Wiederaufbau wird hier am längsten dauern.

Bitte unterstützen auch Sie diese Initiative!

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2 Gedanken zu „Über uns

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